Archiv · 2016 · Produktion 3 von 10
Der Schatz des Käpt’n Klaas
Käpt'n Klaas war einmal ein gefürchteter Pirat – bis seine schlechte Laune ihn fast seine ganze Mannschaft gekostet hat. Jetzt treibt er mit seiner kleinen Restcrew über See, auf der Suche nach dem größten Schatz aller Zeiten.
Ensemble
13 MitwirkendeAuf der Bühne
Markus Schlaak
Käpt´n Klaas
Monique Jungbluth
Matrose Pit
Bärbel Hamacher
Papagei Blacky
Bianca Althoff
Maus Piepsi
Bettina Wimmers
Maus Pupsi
Sandra Bolten-Tillmanns
Piratenbraut Olivia
Marion Reinders
Pirat 1
Nicola Lehmann
Pirat 2
Christoph Lehmann
Pirat 3
Hinter der Bühne
Geschichte, Fotos & Video
Kapitel 1: Zwei hungrige Mäuse
Auf einem alten Piratenschiff saß Käpt’n Klaas schlafend und laut schnarchend auf seinem Stuhl in der Kajüte. Plötzlich schreckte er hoch, denn von Weitem ertönte eine laute Stimme.
„Land in Sicht! Käpt’n Klaas, komm schnell!“, krächzte der Papagei Blacky.
Noch etwas verdattert und verschlafen sprang der Käpt’n auf und lief hinaus. „Ich komme schon!“
Kurz darauf trippelten zwei kleine Mäuse aus ihrem Mäuseloch hervor, sahen sich vorsichtig um, und als sie niemanden mehr entdecken konnten, krabbelten sie zum Tisch, um dort nach Futter zu suchen.
„Such du am Tisch, ich schau mal in den Ecken nach“, sagte Piepsi zu ihrer Freundin Pupsi.
„Alles klar!“
Piepsi kletterte auf den Tisch, fand dort aber nur leere Gläser und Teller vor. Enttäuscht kletterte sie darunter und suchte weiter, während Pupsi zwischen den Ecken der Kajüte hin- und herlief, ohne etwas zu finden.
„Hast du schon was gefunden?“, fragte Pupsi schließlich.
„Nee, leider nicht“, seufzte Piepsi. „So geht das schon die ganzen letzten Wochen. Wir können nichts mehr zu fressen finden, nicht mal ein winziges Stück Käse ist noch übrig!“ Sie hielt kurz inne und stellte sich vor: „Gestatten, Piepsi mein Name. Und das dort hinten ist mein Freund Pupsi.“
Im Hintergrund suchte Pupsi noch immer nach etwas Essbarem. Aus einer alten Truhe holte sie allerlei Dinge hervor, schnupperte daran und probierte sie vorsichtig, um jedes Mal wieder festzustellen, dass man es nicht essen konnte. Schließlich hielt sie eine stinkende Socke hoch.
„Ob man die vielleicht essen kann?“
„Ich weiß nicht, riech mal dran!“, schlug Piepsi vor.
Pupsi schnupperte und rief erfreut: „Toll, es riecht nach Käse! Da muss ich doch gleich mal probieren, wie das … bäääh! Nein, das kann man nicht essen!“ Sie warf die Socke zurück in die Truhe und sah sich weiter um.
Piepsi seufzte. „Wir beide leben schon seit Jahren hier auf diesem Schiff. Und das hier ist nicht irgendein Schiff, es ist ein Piratenschiff, das Piratenschiff von Käpt’n Klaas! Er hat schon Goldschätze auf der ganzen Welt gefunden. Aber seit einigen Wochen, seit der Käpt’n vor Wut fast seine gesamte Schiffsbesatzung auf einer einsamen Insel ausgesetzt hat, findet er weder Land noch irgendwelche Abenteuer. Und dass die Verlobte des Käpt’ns dann auch noch freiwillig auf der Insel geblieben ist, anstatt mit ihm wieder aufs Schiff zu gehen, hat seine Laune auch nicht besser gemacht. Er schreit jeden an, der ihm in die Quere kommt, besonders seine Mannschaft – naja, die beiden, die noch übriggeblieben sind: seinen Papagei Blacky und den guten Matrosen Pit.“
Da hörte man plötzlich Schritte und Papageikrächzen näherkommen. „Oh, ich glaub, da kommen sie!“, flüsterte Piepsi aufgeregt. „Also, seid lieber schön leise, damit der Käpt’n euch nicht entdeckt und seine schlechte Laune auch noch an euch auslässt. Komm, Pupsi, wir verschwinden lieber.” Und schnell huschten die beiden Mäuse zurück in ihr Loch.
Kapitel 2: Ein Kapitän schlechter Laune
Der Käpt’n, sein Papagei und der Matrose Pit traten in die Kajüte.
„Ach, halt doch deinen Schnabel!“, schnauzte der Käpt’n den Papagei an.
„Sei doch nicht immer so gemein zu ihm“, mahnte Pit.
„Ich soll nicht gemein sein? Wer schreit denn hier lauthals ‚Land in Sicht’, obwohl hier rundum nichts anderes zu sehen ist als Meer, Meer und nochmal Meer? Von wegen Land in Sicht! Ein elender Nichtsnutz ist unser Blacky!“
„Ach, Käpt’n, hör doch auf. Er kann auch nichts dafür, dass es gerade so schlecht bei uns läuft.“
„Oh doch, er kann was dafür, ihr könnt alle was dafür, außer mir natürlich!“
„Wie bitte, was haben wir denn getan?“, fragte Pit erstaunt.
„Das werd ich dir verraten“, schnaubte der Käpt’n. „Das Gekrächze von unserem Federvieh hier stört mich bei meiner Konzentration, so kann ich ja gar nicht den richtigen Weg zu einem Schatz finden! Dann sind da unsere kleinen Mitbewohner“ – er deutete auf das Mäuseloch – „die Schmarotzer fressen mir schon seit Jahren die Haare vom Kopf, wahrscheinlich schlagen sie sich in ihrem Loch da die Bäuche voll, während wir hungern müssen.“
„Ach, Unsinn.“
„Und dann ist da noch meine komplette Schiffsbesatzung – außer euch beiden Schwachköpfen ist keiner mehr da, sie lassen es sich auf einer Insel gutgehen, wahrscheinlich sonnen sie sich gerade und planschen im Meer, diese räudigen Hunde!“
„Aber du bist doch einfach weggefahren und hast sie absichtlich auf der Insel zurückgelassen!“, widersprach Pit.
„Na und, was tut das zur Sache? Das haben sie auch nicht anders verdient.“
„Ach, und was ist mit Olivia? Hat sie es etwa auch verdient, auf einer einsamen Insel festzuhocken?“
Der Käpt’n wurde plötzlich verlegen, und man merkte, dass ihm dieses Thema unangenehm war. „Olivia? Naja, also, Olivia wollte es ja nicht anders.“ Dann wurde er wieder ärgerlich. „Sie wollte ja unbedingt bei meiner nutzlosen Piraten-Mannschaft bleiben. Ich hatte ihr gesagt, sie soll lieber wieder mit aufs Schiff kommen.“
„Dass ich nicht lache!“, krächzte der Papagei. „Natürlich ist Olivia lieber auf einer einsamen Insel als mit dir auf einem Schiff! Du hast sie doch immer nur angebrüllt, immer nur angebrüllt!”
„Schnabel halten!“
„Da muss ich Blacky leider recht geben“, meinte Pit. „Wenn du manchmal ein bisschen netter wärst, wär Olivia bestimmt immer noch hier.“
„Ach, und du weißt es mal wieder besser, was?“, schnaubte der Käpt’n. „Erfüll du erstmal deine Pflichten so, wie es sich für einen richtigen Piraten gehört!”
„Wieso das denn?“, fragte Pit. „Ich hisse die Segel wie kein anderer, ich stehe die ganze Nacht in unserem Ausguck, um Ausschau nach Land zu halten, ich schrubbe das Deck und koche für die ganze Mannschaft – naja, zumindest, so lange wir noch etwas zu essen dahatten …”
„Siehst du, du“ – der Käpt’n guckte richtig angeekelt – „hilfst ja jedem und kümmerst dich um die Mannschaft und bist immer soo nett! Pfui Teufel, sowas macht doch kein anständiger Pirat! Ein richtiger Pirat muss gemein sein, der darf nichts abgeben, der muss alles für sich behalten, sonst macht Schätze finden doch gar keinen Spaß! Nimm mich zum Vorbild! Dann könntest du auch mal lernen, wie ein richtiger Pirat zu kämpfen!“ Und der Käpt’n vollführte einen kleinen Scheinkampf, um seine Wendigkeit zu beweisen.
„Siehst du, so macht das ein echter Pirat!“, verkündete er stolz. „Und dabei musst du immer ganz grimmig gucken, etwa so.” Er zog eine furchterregende Grimasse.
„Aye, Käpt’n, ich werd’s mir merken“, sagte Pit ohne große Begeisterung.
„So ist’s richtig!“, freute sich der Käpt’n. „Und jetzt geh ich wieder ans Steuerrad, damit hier wenigstens einer auf diesem Piratenschiff arbeitet. Also, Kurs auf einen neuen Schatz – und diesmal wird es der größte Schatz von allen werden, das versprech ich euch!” Und damit stapfte er hinaus.
Kapitel 3: Ein kleines Stück Brot
„Ein neuer Schatz! Der größte Schatz von allen!“, jubelte der Papagei freudig aufgeregt.
„Der größte Schatz von allen?“, seufzte Pit. „Selbst wenn wir nochmal einen finden sollten, was dann? Dann können wir uns zwar neuen Proviant kaufen, aber das meiste vom ganzen Gold und den Edelsteinen wird der Käpt’n doch für fässerweise neuen Schnaps und vielleicht für neue Säbel ausgeben! Und was dann? Dann will er auf zur nächsten Insel, um da wieder Angst und Schrecken zu verbreiten!”
Der Papagei schnappte sich einen kleinen Säbel und versuchte, gefährlich zu gucken. „Angst und Schrecken verbreiten! Grrrr …“
„Jetzt fang du nicht auch noch so an!“, sagte Pit und nahm ihm den Säbel wieder ab. Stattdessen zog er ein Stück Brot aus seiner Hosentasche und reichte es ihm. „Hier, ich hab eben noch ein kleines Stück Brot auf Deck gefunden, das schenk ich dir! Und gib den Mäusen auch was davon ab!”
„Danke, Pit!“, rief der Papagei erfreut und flatterte zum Mäuseloch. „Piepsi, Pupsi, Mittagessen!”
Die Mäuse guckten neugierig hervor und waren hocherfreut über die kleine Mahlzeit.
„O prima!“, rief Pupsi.
„Danke, Pit!“, stimmte Piepsi ein.
„Lasst es euch schmecken!“, sagte Pit lächelnd.
Doch plötzlich kam der Käpt’n zurück in die Kajüte. „Da hab ich doch glatt mein Fernrohr vergessen.“ Er kramte in der Truhe, wurde fündig – und entdeckte erst dann die knabbernden Tiere. „Beim Klabautermann, was fällt euch ein??“ Wütend trat er den Mäusen fest auf den Schwanz, sodass sie aufschreiend wegsprangen. „Siehst du, ich sag doch, dass die es sind, die all unseren Proviant verstecken!“
„Aber so ist es doch gar nicht, ich hab nur …“, versuchte Pit zu erklären.
„Mir vollkommen egal! Von Bord werfen sollte man euch!“ Mit einem letzten bösen Blick auf die verängstigten Tiere ging der Käpt’n wieder hinaus.
„Nicht von Bord werfen, nicht von Bord werfen! Ich kann doch gar nicht schwimmen!“, jammerte der Papagei.
„Ich auch nicht!“, piepste Pupsi.
„Das hat er doch nur so gesagt, das wird er nicht ernsthaft machen. Stimmt’s, Pit?“, versuchte Piepsi zu beruhigen. Doch als der Matrose nicht antwortete, wurde sie unsicher. „Nun sag doch was!”
Der Matrose ging nur nachdenklich auf und ab.
„Ach, wär Olivia doch noch hier“, seufzte der Papagei. „Sie könnte den Käpt’n bestimmt wieder beruhigen; sie war immer die Einzige, die das konnte.“
„Mir fehlt Olivia!“, sagte Pupsi traurig.
„Ja, und mir fehlt der Rest unserer Mannschaft auch so!“, stimmte Piepsi zu.
Da schien Pit einen Entschluss gefasst zu haben. „Ja, mir auch. Aber sie sind nicht da, und wir sind auf uns allein gestellt! Also müssen wir uns selbst was überlegen, denn so, wie der Käpt’n zurzeit drauf ist, kann es einfach nicht weitergehen! Und ich glaub, ich hab da auch schon eine Idee!“
„Was für eine Idee?“, fragte Piepsi gespannt.
„Ich hab eine Idee, wie sich die Laune des Käpt’ns schlagartig ändern könnte, und zwar indem er vielleicht wirklich den größten Schatz aller Zeiten findet!“
„Der größte Schatz, der größte Schatz!“, jubelte der Papagei.
„Ja, aber vielleicht nicht ganz so, wie sich der Käpt’n einen Schatz vorstellt …“, grinste Pit verschmitzt. „Aber ihr müsst mir dabei helfen. Pupsi, ich brauch ein Blatt Papier.”
„Aye, aye, Pit“, sagte Pupsi und verschwand im Mäuseloch.
„Blacky, kannst du mir unauffällig die Schreibfeder aus meiner Kajüte besorgen?“
„Aye, aye!“, rief der Papagei und flatterte davon.
„Ich muss auch noch schnell was holen“, sagte Pit zu Piepsi, „und dann treffen wir beide uns wieder hier, okay?“ Und weg war er.
„Ich hab zwar keine Ahnung, was Pit vorhat“, murmelte Piepsi, „aber wenn es hilft, dass der Käpt’n endlich wieder freundlich wird, bin ich dabei!“ Und auch sie verschwand im Mäuseloch.
Kapitel 4: Die Flaschenpost
Der Käpt’n kletterte hinauf ans Steuerrad und schaute immer wieder durch sein Fernrohr. „Denen werd ich schon zeigen, was der alte Käpt’n Klaas noch so drauf hat. Den größten Schatz aller Zeiten werde ich finden, harharhar!“
Unterdessen kam Pit wieder in die Kajüte gerannt, und auch Piepsi kroch aus ihrem Loch hervor. Pit stellte eine Flasche auf den Tisch und setzte sich hin, während Piepsi auf den Tisch kletterte. Da kam der Papagei angeflogen, mit Schreibfeder und Tintenfass bestückt.
„Danke, Blacky! Und jetzt halt du bitte vor der Tür Wache, damit der Käpt’n nichts mitkriegt“, bat Pit.
„Aye!“, rief der Papagei und verschwand wieder.
Kurz darauf kam auch Pupsi mit einem Blatt Papier hervor. „Dann viel Erfolg, was auch immer ihr vorhabt!“ Und auch sie verschwand wieder.
„Tja, gute Frage“, meinte Piepsi. „Was haben wir denn eigentlich vor?“
„Wir schreiben eine Schatzkarte!“, verkündete Pit verschwörerisch.
Am Steuerrad hatte der Käpt’n inzwischen eine Kleinigkeit gegessen und schaute weiterhin durch sein Fernrohr, wobei er sich zunehmend ärgerte. „Bei diesem Nebel da draußen werd ich nie einen Schatz finden! Arrg, ich klettere besser auf unseren Ausguck, vielleicht hab ich da bessere Sicht!“ Und er stieg hinauf.
In der Kajüte, während der Käpt’n abwesend war, machten sich Pit und Piepsi ans Werk. „Du schreibst, und ich diktiere, okay?“, sagte Pit.
Piepsi zückte die Feder und tunkte sie ins Tintenfass. „Also los, was soll ich schreiben?“
Pit flüsterte ihr etwas ins Ohr, und beide kicherten. Piepsi schrieb die ersten Wörter und fragte dann: „Wie wär’s, wenn …“ – und flüsterte ihrerseits dem Matrosen etwas zu.
„Ja, gute Idee! Und dann auf jeden Fall noch …“, und wieder flüsterten und kicherten die beiden.
Da steckte der Papagei plötzlich seinen Kopf herein. „Der Käpt’n kommt, der Käpt’n kommt!“
„Ok, wir sind jetzt sowieso fertig“, sagte Pit, und Piepsi schrieb noch schnell das letzte Wort.
„Schnell!“ Die beiden räumten hastig alles weg, Piepsi verschwand mit den Sachen im Mäuseloch, und Pit rollte das Papier zusammen und steckte es in die Flasche.
Als der Käpt’n hereinkam, versteckte der Matrose die Flasche schnell hinter seinem Rücken. „Und, schon eine Insel in Sicht?“, fragte er unschuldig.
„Nee, bei diesem Nebel da draußen haben selbst meine Adleraugen keine Chance“, brummte der Käpt’n verärgert. „Morgen früh, da kommen wir unserer Schatzinsel näher, das kann ich bis in meine Augenklappe spüren! Aber jetzt ab in deine Kajüte, und morgen früh rechtzeitig antreten, verstanden?“
„Aye, aye, Käpt’n!“, rief Pit und verschwand mitsamt der Flaschenpost aus dem Raum. Der Käpt’n zog sich derweil die Schuhe aus, machte es sich auf seinem Stuhl bequem und schlief bald darauf ein.
Kapitel 5: Land in Sicht
Am nächsten Morgen kam der Papagei hereingeflattert. „Guten Morgen, es ist sechs Uhr, guten Morgen, es ist sechs Uhr!“
Der Käpt’n wachte erschrocken auf und sah sich um. „Olivia? Bist du es?“ Dann, enttäuscht: „Ach, du bist es, Blacky.“
„Hast du etwa von Olivia geträumt?“, schmunzelte der Papagei. „Ach, sie war aber auch so schön, mit ihren smaragdgrünen Augen. Sie war die schönste Piratenbraut, die ich je gesehen habe!”
„Ja, das war sie!“, sagte der Käpt’n träumerisch, riss sich dann aber wieder zusammen. „Aber das ist Piraten-Geschwätz von gestern. Nun geht’s wieder an die Arbeit!”
Während der Käpt’n sich fertig machte und der Papagei zu putzen begann, stieg heimlich der Matrose hinter dem Steuerrad hervor, hängte die Flaschenpost an eine Angel und ließ sie vorsichtig hinunter ins Wasser gleiten.
„Hihi, das wird ein Spaß!“, grinste Pit, ehe er laut rief: „Flaschenpost entdeckt, Flaschenpost!”
In der Kajüte hörte der Käpt’n das und war überaus erfreut. „Beim Klabautermann, eine Flaschenpost?“, rief er und rieb sich die Hände. „Ich wusste doch, dass der Tag mir heute Glück bringen wird.” Laut rief er: „Bleib, wo du bist, ich komme schon!“ Und er rannte hinaus.
Der Papagei sah ihm hinterher und guckte dann ins Mäuseloch. „Hey Freunde, ich glaub, es geht los!“ Aufgeregt krochen die Mäuse hervor und liefen mit ihm zusammen an Deck.
Als der Käpt’n am Steuerrad ankam, war er ganz aufgeregt. „Wo ist sie? Zeig schon her!“
Der Matrose zog langsam die Angel hoch. „Hier bitte, Käpt’n“, sagte er und reichte ihm die Flasche.
„Was für ein Glück!“, strahlte der Käpt’n. „Los, hiss die Segel, ich übernehme das Steuer. Auf zur Schatzinsel!” Er holte den Zettel aus der Flasche und freute sich, während er immer wieder zwischen dem Meer, der Karte und seinem Kompass hin- und hersah. Eifrig hielt er Ausschau nach Land.
Und dann, nach einer Weile, rief er plötzlich: „Land in Sicht! Männer, ich hab die Schatzinsel gefunden!“
Kapitel 6: Auf der einsamen Insel
Auf der Insel, auf der die zurückgelassene Mannschaft schon seit Wochen lebte, versuchten drei Piraten, sich irgendwie durchzuschlagen. Einer ließ lustlos eine Angel hinab, ein anderer versuchte vergeblich, mit einem Stock und einem Stein ein Feuer zu entzünden, und der dritte kämpfte erfolglos mit einer Kokosnuss.
„Mist, wieso funktioniert das denn nicht“, murrte der erste Pirat und wandte sich an einen anderen. „Hast du ne Ahnung, wie man eine Kokosnuss knacken kann?“
„Nö, keine Ahnung!“, antwortete dieser gelangweilt von seiner Angel.
Der erste Pirat sah zum dritten und dachte laut nach: „Ah, vielleicht so! Darf ich mal eben?“ Er lieh sich dessen Stock, legte die Kokosnuss auf den Kopf seines Kameraden und versuchte, mit Wucht den Stock hineinzuschlagen.
„Aua, hör auf damit!“, rief der andere erschrocken.
„Ja, aber irgendwie muss ich dieses blöde Ding doch aufkriegen!“, protestierte der erste, gab den Stock aber zurück. „Na gut, dann anders.” Er überlegte, die Nuss einfach mit Schwung wegzuwerfen, doch da kam Olivia dazu, beladen mit einer ganzen Staude Bananen.
„Ich hab was viel Besseres gefunden!“, rief sie. „Schaut mal, ganz in der Nähe gibt’s einen Bananenbaum!”
„Oh toll!“, freuten sich die Piraten.
„Mh, lecker!“
„Danke, Olivia!“
Alle setzten sich in einen Halbkreis und genossen ihre Bananen, während Olivia lächelnd danebenstand. „Seht ihr, so schlimm ist es doch gar nicht auf einer einsamen Insel!“, meinte sie aufmunternd.
„Auf jeden Fall besser, als bei dem wahrscheinlich geldgierigsten … grimmigsten … und gemeinsten Käpt’n aller Zeiten auf einem Schiff zu sein!“, schimpften die drei Piraten der Reihe nach.
„Redet doch nicht so böse über meinen Klaas!“, verteidigte Olivia ihn.
„Warum verteidigst du ihn eigentlich immer noch?“, fragte einer der Piraten. „Du bist ja sogar freiwillig hiergeblieben, weil du seine schlechte Laune nicht mehr ertragen konntest.”
„Ich weiß. Aber fehlen tut er mir trotzdem! Ich dachte einfach, dass er sich vielleicht ändert, wenn er merkt, dass wir ihm fehlen.“
„Ph, der ändert sich nie!“
„Ich weiß, aber hoffen tu ich es immer noch!“
Plötzlich horchte einer der Piraten auf. „Ey, Kameraden, hört ihr das?“ Alle blickten sich um und spitzten die Ohren.
„Das hört sich fast so an, als würde ein großes Schiff näherkommen“, rief Olivia freudig. „Wisst ihr, was das bedeutet?“
„Jaa, endlich hat uns jemand gefunden, und wir werden gerettet!“, jubelten die Piraten und klatschten sich ab.
„Los, sehen wir mal in der Bucht nach!“, rief Olivia, und alle liefen freudig los.
Kapitel 7: Die erste Aufgabe
Wenig später betrat die gesamte Mannschaft des Piratenschiffs die Insel, vorneweg der Käpt’n.
„Und jetzt ist die große Frage, wo der Schatz vergraben liegt?“, überlegte er. „Mal sehen, was in der Karte steht.” Er zog sie hervor und las vor: „Lieber Finder dieser Flaschenpost! Die Insel hast du nun gefunden. Um deinen Schatz endlich in Händen zu halten, musst du allerdings noch einige Aufgaben erfüllen!“ Er hielt kurz inne. „Beim Klabautermann, das ist aber seltsam!“
„Was ist seltsam?“, fragte Pit scheinheilig.
„So eine Schatzkarte ist mir noch nie untergekommen, bei der man erst Aufgaben erfüllen muss, bevor man den Schatz suchen darf! Es scheint mir fast, als hätte jemand diese Karte geschrieben, der …“ Er sah den Matrosen an.
Pit bekam ein wenig Angst, und auch den Tieren sah man an, dass ihre Tarnung gleich aufzufliegen drohte. „Ja?“, fragte Pit kleinlaut.
„… der fast so klug sein muss wie ich!“, verkündete der Käpt’n zufrieden. „Ha, eine clevere Idee muss ich schon sagen; so kann wirklich nur der klügste und beste Pirat diesen besonderen Schatz bergen! Und wir alle wissen ja, wer der beste Pirat ist!” Stolz stellte er sich mit breiter Brust vor seine Mannschaft.
„Puh!“, flüsterte Pit erleichtert, und auch den Tieren sah man an, dass sie aufatmeten.
Der Käpt’n räusperte sich und las weiter vor:
„Tust du jemandem weh oder nimmst ihm etwas weg, sag ‚Es tut mir leid’ – so erfüllt es seinen Zweck!“
Der Käpt’n schüttelte den Kopf. „Ich soll mich entschuldigen? Wie überflüssig!“
„Aber wenn es die Schatzkarte doch sagt …?“, wandte Pit ein.
„Meine Güte, was soll so eine Entschuldigung denn bringen? Das nützt doch keinem was!“
„Also, ich find es schön, wenn sich einer bei mir entschuldigt“, sagte Piepsi. „Nur dann kann man sich doch erst wieder vertragen.“
„Genau!“, stimmte Pupsi zu und wandte sich an Piepsi. „Es tut mir übrigens leid, dass ich dir heute Nacht die Bettdecke weggezogen hab.”
„Das ist lieb, dass du das sagst“, strahlte Piepsi, und die beiden nahmen sich freundschaftlich in den Arm.
„Ach, du je, seid ihr schmalzig. Na gut, ich tu’s für den Schatz!“, sagte der Käpt’n gleichgültig: „Es tut mir leid. So, und jetzt die nächste Aufgabe.” Und schon wandte er sich wieder der Karte zu und ein Stück von seiner Mannschaft ab.
Die Tiere sahen sich verdutzt an. „Aber das war ja gar nicht ernst gemeint, er müsste doch eigentlich …“, flüsterte Pupsi traurig.
Doch der Matrose bedeutete ihr mit dem Finger auf dem Mund, ruhig zu sein. „Psst, lass uns mal abwarten.“
Kapitel 8: Lächeln und Freude schenken
Der Käpt’n las weiter:
„Du glaubst, grimmig und gefährlich zu sein, ist deine Pflicht? Falsch, denn Glück erhältst du nur mit einem Lächeln auf dem Gesicht!“
„Ich soll lächeln? Sowas macht ein Pirat doch nicht!“, empörte er sich. „Naja, was soll’s, für einen Schatz kann ich auch mal lächeln, das kann ja nicht so schwierig sein!” Er probierte es aus – erst guckte er ganz grimmig, dann total verkrampft, mit schiefem Mund. „Und, wie ist das?“
Die Tiere kicherten ein bisschen. „Naja, Käpt’n … also, das kann man leider noch nicht als Lächeln bezeichnen“, meinte Pit.
„Lächeln geht so, lächeln geht so!“, rief der Papagei und stolzierte breit strahlend vor dem Käpt’n hin und her.
Der Käpt’n guckte ihn böse an. „Du kannst mal wieder alles besser, was?“
„Käpt’n, wenn man böse Sachen sagt, kann man erst recht nicht lächeln!“, erklärte Pit. „Guck mal.” Er ging zum Papagei und zeigte anhand von dessen Gesicht: Die Lippen ganz breit ziehen und die Wangen nach oben, sodass automatisch kleine Fältchen um die Augen entstehen – und das ist dann ein perfektes Lächeln. „Versuchs mal!“
Der Käpt’n nahm seine Hände zu Hilfe und drückte erst die eine, dann die andere Wange nach oben.
„Hihi, jetzt siehst du aus wie ein Hamster“, kicherte Piepsi.
Der Käpt’n ärgerte sich sichtlich, dass es nicht klappen wollte, bis Piepsi ihm einen kleinen Spiegel reichte. „Probier es mal damit.“
Der Käpt’n hielt sich den Spiegel vors Gesicht und probierte es erneut. Nach den ersten Grimassen klappte es plötzlich, und er strahlte umso mehr, weil er es endlich geschafft hatte. „Seht her!“, rief er und blickte immer wieder zwischen seiner Mannschaft und dem Spiegelbild hin und her. „Ich kann es! Ich kann es! Haha. Guckt mal, der große Käpt’n Klaas kann auf sein grimmiges Gesicht ein Lächeln zaubern!” Stolz und breit grinsend lief er vor seiner Mannschaft auf und ab.
„Die Aufgabe ist gelöst, die Aufgabe ist gelöst!“, jubelte der Papagei klatschend.
Doch plötzlich fiel dem Käpt’n wieder ein, dass er ja nur für seinen Schatz und nicht etwa aus echter Freude gelächelt hatte. Er hüstelte kurz, um wieder ernst zu werden, und wandte sich der nächsten Aufgabe zu.
„So, lieber schnell zur nächsten Aufgabe“, räusperte er sich und las vor:
„Jemandem selbstlos eine Freude machen, gehört im Leben zu den schönsten Sachen!“
„Ich soll jemandem eine Freude machen?“, stöhnte er. „Mannomann, hier werden ja Sachen von mir verlangt! Das geht doch langsam zu weit!”
„Er schafft die Aufgabe nicht, er schafft die Aufgabe nicht!“, rief der Papagei und ging davon.
„Was weißt du schon!“, rief ihm der Käpt’n hinterher. „Natürlich schaff ich das.” Er überlegte kurz. „Ähm, Pupsi, dann komm du mal zu mir.“
Freudig und stolz lief Pupsi auf ihn zu und stellte sich erwartungsvoll vor ihn hin.
„Dir würde ich gern eine Freude machen!“, sagte der Käpt’n freundlich.
„Wirklich? Ausgerechnet mir?“, freute sich Pupsi geschmeichelt.
„Ja klar, ich würd sagen, neben unserem Papagei bist du hier der Dümmste von euch Kameraden, da müsste es bei dir doch am einfachsten sein …“
Pupsi guckte plötzlich ganz entsetzt. „Na, wenn das so ist, musst du dir leider einen anderen suchen!“, rief sie eingeschnappt und verschwand.
Verdattert blickte der Käpt’n ihr hinterher. „Da muss sie doch nicht gleich so eingeschnappt sein!“
Er sah sich um und wandte sich schließlich an den Matrosen. „Also gut, Pit, dann mach ich eben dir eine Freude.“
„Ja?“, fragte Pit skeptisch.
„Ähm, also, wenn wir meinen Schatz finden werden, gebe ich dir drei, ähm naja, zwei sollten auch reichen, also dann gebe ich dir zwei Goldmünzen ab, die sind dann ganz für dich alleine. Na, wie würde dir das gefallen?“ Der Käpt’n sah ihn erwartungsvoll an, doch Pit war gar nicht begeistert.
„Du denkst wirklich an nichts anderes als an Gold, oder?“, fragte er traurig. „Nein danke, ich verzichte!” Und traurig ging er hinaus.
Verständnislos, aber auch ein wenig betrübt, sah der Käpt’n ihm hinterher. Nun war nur noch Piepsi da.
„Was hat er denn nur?“, fragte der Käpt’n sie. „Einen Teil von einem Goldschatz abzukriegen, ist doch das Tollste, was es gibt!”
„Findest du wirklich?“, fragte Piepsi. „Gibt es nichts anderes, was dir vielleicht mehr Freude bereiten würde?”
„Mmh, ich weiß nicht.“
„Oder ich frag mal so: Wenn du den Goldschatz finden solltest, was wirst du damit anfangen?“
„Da fällt mir so einiges ein: neue Säbel, vielleicht ein neuer Piratenhut … und ansonsten würde ich meine Hände immer wieder in der Schatzkiste vergraben und mich freuen, dass ich so viel Gold besitze!“
„Na gut. Und dann?“
„Wie, und dann?“
„Wird der Goldschatz dann abends für dich ein leckeres Essen kochen und sich mit dir unterhalten?“, fragte Piepsi sanft. „Oder wird er dich trösten, wenn du mal traurig bist? Oder könnt ihr zusammen Abenteuer erleben oder gemeinsam lachen und euch freuen?”
Der Käpt’n schaute bedröppelt, wollte aber auch nicht zugeben, dass die kleine Maus recht hatte.
„Na gut, dann hoffe ich, wirst du glücklich mit deinem Schatz“, sagte Piepsi resigniert und ging ebenfalls davon, sodass der Käpt’n allein und nachdenklich zurückblieb.
„Jetzt geht doch nicht alle weg“, murmelte er kleinlaut, „ich wollte euch doch noch eine Freude machen …“
Kapitel 9: Der wahre Schatz
Der Käpt’n sah sich noch einmal die Karte an. „Naja, die Aufgaben hab ich vielleicht nicht so toll gelöst, aber was soll ich machen, wenn meine Mannschaft abhaut? Ich grab jetzt trotzdem nach meinem Schatz. Also, was steht da? An der Palme zwei Schritte nach links, dann einen großen Schritt nach vorne. Dann versuch ich es doch mal.“
Er grub und grub und stieß tatsächlich auf eine Kiste. Voller Freude holte er sie hervor und rief nach seiner Mannschaft. „Pit, Blacky, Pupsi, kommt schnell, wir haben es geschafft!“
Doch niemand kam.
„Wo seid ihr denn, Piepsi, wenigstens du wirst dich doch mit mir freuen?“
Doch auch sie kam nicht. Etwas traurig versuchte der Käpt’n, die Kiste zu öffnen, und war ziemlich verdutzt, als er darin wieder nur einen Zettel fand.
„Schon wieder ein Zettel?“, seufzte er enttäuscht, rollte ihn aus und las vor:
„Wer sagt ‚es tut mir leid’ und sich seine Fehler eingesteht, wer aus tiefstem Herzen lächelt – denn dafür ist es nie zu spät, und wer Freude schenkt – der kriegt alles tausendfach zurück! Und das ist doch das schönste Glück! Nun dreh dich um auf deinem Platz, dann siehst du deinen größten Schatz!“
Da kamen die drei vermissten Piraten und Olivia, die noch immer nach einem Schiff Ausschau gehalten hatten, um die Ecke – und entdeckten den Käpt’n. Verdutzt blieben sie stehen.
„Du?“, fragte Olivia.
„Ihr???“, rief der Käpt’n überglücklich. „Beim Klabautermann, ihr seid wieder da? Wie ist das möglich? Ach, ist das schön, euch alle wieder zu sehen!”
Einer der Piraten zweifelte noch und erwiderte die Umarmung des Käpt’ns nur zögerlich. „Ähm, bist du wirklich unser Käpt’n? Der echte Käpt’n Klaas hätte sich nämlich niemals gefreut, uns wiederzusehen!“
„Ja, ich glaub, deine letzten Worte an uns lauteten in etwa: ‚Ich will euch nie wiedersehen, ihr räudigen Hunde’“, erinnerte Olivia ihn.
„Ach, es tut mir wirklich so, so leid!“, rief der Käpt’n. „Bitte verzeiht mir! Das hab ich doch nicht so gemeint! Ich freu mich riesig, euch zu sehen. Olivia, meine süße Perle, ich musste jeden Tag an dich denken!” Er gab ihr einen Handkuss.
„Ich auch an dich, mein kleiner Hummer“, sagte Olivia verschämt.
„Und ihr drei, ihr seid doch meine besten Piraten, wirklich! Verzeiht ihr mir?“
In diesem Moment kamen auch Pit, der Papagei und die Mäuse hinzu.
„Ah, da seid ihr ja auch wieder! Seht mal, wen ich wiedergefunden habe!“, rief der Käpt’n.
„Die Mannschaft ist wieder komplett, wir sind alle wieder zusammen!“, freute sich der Papagei.
„Ja, wir sind alle wieder zusammen“, sagte der Käpt’n erleichtert.
„Er hat sich gerade sogar bei uns entschuldigt!“, berichtete Olivia den Neuankömmlingen.
„So ist’s richtig, Käpt’n, gut gemacht!“, grinste Pit und zwinkerte ihm zu.
„Verzeiht ihr mir denn auch?“, fragte der Käpt’n.
Die drei Piraten sahen sich an und nickten dann freudig. „Ja klar!“, sagte einer und klopfte ihm auf die Schulter. „Ist schon vergessen!”
„Da bin ich froh“, sagte der Käpt’n erleichtert. „Ach, ich war wirklich ein furchtbarer Käpt’n. Aber das will ich nicht mehr sein, ich will ein guter Käpt’n sein, einer, der sich um euch kümmert und euch nicht einfach auf einer einsamen Insel zurücklässt, der euch nicht beschimpft und anmeckert, sondern euch hilft und auch mal lobt. Und ich will ein Käpt’n sein, der ganz genau weiß, was der größte Schatz der Welt ist.“ Er legte dem Matrosen den Arm um die Schultern und blickte in die Runde. „Das seid ihr, meine Mannschaft, ihr seid meine Freunde, und euch zu haben, ist der größte Schatz, den ein echter Pirat sich wünschen kann!“
Alle jubelten und umarmten sich freudig.
Piepsi trat noch einen Schritt vor und sah sich lächelnd um. „Das hat er doch toll hingekriegt, nicht wahr? Er kann übers ganze Gesicht strahlen, er kann sich entschuldigen, und nun hat er die letzte Aufgabe auch noch gelöst: Denn endlich einen guten, netten Käpt’n zu haben, ist wohl die größte Freude, die er uns machen konnte!“
„Piepsi, komm“, rief der Käpt’n strahlend und wandte sich an alle. „Wir müssen los! Auf zu neuen Abenteuern!“
„Aye, aye, Käpt’n!“, riefen alle wie aus einem Mund. Und gemeinsam, glücklich und einander verbunden, machten sie sich auf zu neuen Abenteuern über die weite See.
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Presse
Rheinische Post11. November 2016
Erneut eine rundum gelungene unterhaltsame Darbietung.
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Wegberg. Ein Team aus Erzieherinnen und Eltern führte als Theatergruppe „Beeckbachbühne“ sein drittes Stück für Kinder auf. Die Piratengeschichte war spannend und lustig zugleich.
Käpt'n Klaas (Markus Schlaak) war ein Pirat, wie er im Buche steht: Draufgängerisch und rücksichtslos, mit langen dunklen Haaren unter dem Piratenhut und tiefer heiserer Stimme wirbelte er auf seinem Schiff herum. Seine Gedanken galten nur dem nächsten Schatz, den er möglichst bald finden wollte. Der Kapitän war Hauptdarsteller im Theaterstück „Der Schatz des Käpt'n Klaas“, den die Theatergruppe „Die Beeckbachbühne“ in ihrer dritten Vorstellung an einem Tag den Kindergartenkindern des St.-Vincentius-Kindergartens Beeck, deren Eltern, Großeltern und weiteren Besuchern im Pfarrsaal zeigte. Das Team aus Erzieherinnen und Eltern führte damit ihr drittes eigenes kindgerechtes Stück auf.
Zur Geschichte: Käpt'n Klaas war in seinem Ehrgeiz, möglichst schnell und ungestört neue Reichtümer zu finden, so weit gegangen, einen Teil seiner Crew auf einer einsamen Insel auszusetzen. Nur der nette Pirat Pit (Monique Jungbluth) war noch bei ihm sowie der vorlaute Papagei Joko (Bärbel Hamacher). Meist vor Klaas versteckt, hofften die Mäuse Piepsi (Bianca Althoff) und Pupsi (Bettina Wimmers) darauf, etwas Leckereres als Käsesocken zu finden. Eine davon schmissen sie zur Freude der Kinder ins Publikum. Mit einer Flaschenpost mit selbst gemalter Schatzkarte und kniffeligen Aufgaben wollten diese vier dem grimmigen Piraten zum größten Schatz seines Lebens verhelfen. Sie landeten schließlich auf der einsamen Insel, auf der sich der andere Teil der Crew befand.
Zwei Bühnenbilder versetzten die Zuschauer an die Orte: Auf dem Schiff sorgten Holztonnen, Steuerrad, Bullaugen und Totenkopfflagge für die passende Ausstattung, während es auf der Insel Palmen, Affen an einem Seil sowie ein Wasser- und Sandbild gab. Die Crew war in Piratenkluft unterwegs, die Mäuse in grauen Gewändern mit großen Ohren und der Papagei trug ein buntes Stoffstreifenkleid mit Schnabel. Lustig fanden die jungen Zuschauer die Mäuse mit den witzigen Namen.
Eine beeindruckendste Erscheinung stellte Käpt'n Klaas dar, der zwischen den beiden Szenen von der Bühne stieg und so von den Kindern ganz aus der Nähe betrachtet werden konnte. Seine Art, die Aufgaben zu lösen, rief einige Male schallendes Gelächter hervor. So entschuldigte er sich nur ganz kurz, da er es zu „schmalzig“ fand und schaffte es nur nach mehreren Anläufen, richtig zu lächeln. Die dritte Aufgabe, jemandem eine Freude zu machen, erfüllte er erst zum Schluss, als er seine Mannschaft als seinen größten Schatz erkannte. Gut war die Botschaft menschlicheren Verhaltens nachvollziehbar. Ebenso erkannten die Besucher, dass schnöder Mammon nicht Sinn des Lebens sein sollte. Mehrere selbst geschriebene Lieder, die Kerstin Schockert mit Instrumenten beitrug, gaben dem Ganzen zusätzlich Atmosphäre und Tiefgang. Erneut eine rundum gelungene unterhaltsame Darbietung, die auch am Morgen den Erst- und Zweitklässlern der Beecker Grundschule sowie den Vorschulkindern der Kindergärten aus Wegberg (St. Peter und Paul), Dalheim, Wildenrath und Rath-Anhoven gefallen hatte, wie die Beecker Kindergartenleiterin Klaudia Ohlenforst beim anschließenden Dank berichtete.
Nicole Peters

