Archiv · 2025 · Produktion 9 von 10

Das Ensemble auf der Bühne: ein Eisverkäufer mit Bauchladen im Mittelpunkt, umringt von Polizistin, Rettungsschwimmerin, Möwe und weiteren Figuren vor einer bemalten Strandkulisse mit Sonne und Wellen.

Herbstproduktion · Oktober 2025

Das Geheimnis der goldenen Muschel

4 Vorstellungen · rund 800 Zuschauer:innen

Ein gestohlenes Wahrzeichen, ein Eisverkäufer mit einem großen Geheimnis und zwei Geschwister, die den ganzen Strand auf den Kopf stellen, um den Fall zu lösen.

Als am Strand plötzlich die sagenumwobene goldene Muschel spurlos verschwindet, geraten ausgerechnet die Geschwister Tilda und Mattis mitten hinein in ein Abenteuer voller falscher Verdächtiger, eines undurchsichtigen Eisverkäufers und sprechender Meeresbewohner. Wer hat es wirklich auf die angeblich wunscherfüllende Muschel abgesehen – und warum? Eine turbulente Detektivgeschichte zwischen Strandpromenade und Meeresgrund, an deren Ende mehr zum Vorschein kommt als nur ein gestohlenes Schmuckstück.

Premiere
9. Oktober 2025
Vorstellungen
4
Zuschauer:innen
rund 800
Ort
St. Vincentiushaus Wegberg-Beeck

Ensemble

13 Mitwirkende
Gruppenfoto des Ensembles von „Das Geheimnis der goldenen Muschel“ in Kostüm, vor blauem Bühnenvorhang.
Das Ensemble von „Das Geheimnis der goldenen Muschel“, 2025.

Auf der Bühne

Bianca Althoff

Tilda

Heike Kresken

Mattis

Markus Schlaak

Eisverkäufer/Wassermann Neptunio

Markus Bings

Polizist Bruno

Sandra Bolten-Tillmanns

Polizistin Gabi

Bärbel Hamacher

Möwe Lenny

Monique Jungbluth

Kiki Küstenwache

Marion Reinders

Schildkröte Olga Orakel

Hinter der Bühne

BühnenbildTanja Nippert
MusikStefan Bimmermann
Musik/GesangKerstin Schockert
Musik/GesangElena Thißen
Licht/TonDirk Ullendahl (KTU Wegberg)

Geschichte, Fotos & Video

Kurz vor den Sommerferien schlenderten Tilda und Mattis mit ihren Schulranzen die Strandpromenade entlang und ärgerten sich über eine ausgesprochen unfaire Hausaufgabe. Ausgerechnet in der letzten Schulwoche hatte Frau Strengmeyer ihnen ein umfangreiches Referat aufgegeben, das sie binnen drei Tagen vorbereiten sollten – und wer keinen Vortrag hielt, dem drohte eine ganze Note Abzug im Zeugnis. Nur: Ein Thema hatten die beiden noch nicht. Also setzten sie sich an den Strand, Tilda zückte einen glitzernden Stift und einen Notizblock, und beide grübelten angestrengt.

Da kam die Möwe Lenny herangestolpert, mit den Federn hoffnungslos im Band eines Luftballons verheddert. Die Kinder eilten ihm sofort zu Hilfe und befreiten ihn. Dankbar zeigte Lenny ihnen den Ballon, in dem glitzerndes Konfetti schimmerte, und schwärmte, was man doch alles am Strand finden könne. In diesem Moment kam Kiki Küstenwache vorbei, beladen mit Klappstühlen und Feier-Deko, und nahm Lenny den Ballon gleich ab – er war für die Feier am Abend bestimmt. Auf die neugierige Frage der Kinder erklärte Kiki, dass an diesem Abend alle Bewohner rund um die Bucht eingeladen seien, um ein neues Wahrzeichen einzuweihen: die goldene Muschel. Lenny, der vor Aufregung kaum an sich halten konnte, erzählte begeistert die Legende dazu – vor vielen Jahren habe ein Pirat sie tief am Meeresgrund gefunden. Auf den ersten Blick wirke sie ganz gewöhnlich, doch sobald Sonnenlicht auf sie falle, leuchte sie golden. Und wer sie berühre, dürfe sich etwas wünschen, das garantiert in Erfüllung gehe. Tilda war sofort Feuer und Flamme und wollte es unbedingt selbst ausprobieren, doch Lenny dämpfte ihre Begeisterung: Die Polizei habe strengstens verboten, dass irgendjemand die Muschel berühre.

Kaum war das gesagt, kamen die Polizisten Bruno und Gabi schwer schleppend mit einer Vitrine herein, in der die goldene Muschel ausgestellt war. Sie mussten sie dort aufstellen, wo man sie am besten im Blick behalten konnte. Die Kinder und Lenny betrachteten das gute Stück fasziniert aus der Ferne. Gabi musste kurz niesen, die Kinder wünschten ihr Gesundheit, und sie bedankte sich freundlich – was Bruno nur missmutig kommentierte, seine Kollegin sei einfach zu jedem nett, anstatt sich auf die Arbeit zu konzentrieren. Gemeinsam stellten die beiden die Vitrine gut sichtbar mitten auf den Platz. Lenny verabschiedete sich eilig – der eine Polizist sei ihm nicht ganz geheuer, meinte er und flog davon. Tilda schlug ihrem Bruder vor, sich die Muschel doch einmal näher anzusehen, aber Bruno stellte sich sofort dazwischen und spannte ein Absperrband um die Vitrine: Niemand dürfe die Muschel berühren, keine Ausnahmen. Als Mattis einwandte, dass doch noch ihre Schultaschen dort lägen, erklärte Bruno kühl, das sei nicht sein Problem. Kopfschüttelnd und verärgert zogen die Kinder ab, während Gabi ihnen hinterher noch ein entschuldigendes „Tut mir leid“ zurief.

Anschließend richteten sich Bruno und Gabi für die Wache häuslich ein. Bruno überließ seiner Kollegin großzügig die erste Schicht – und schlief prompt selbst ein. Während Gabi sich gelangweilt die Zeit vertrieb, tauchte ein Eisverkäufer auf, neu in der Stadt, der fragte, ob er seinen Wagen in der Nähe aufstellen dürfe. Gabi musste ihn vertrösten: Dafür brauche es eine Genehmigung, und die dauere mindestens drei Wochen. Der Verkäufer war enttäuscht, schließlich fand ausgerechnet heute Abend die große Einweihungsfeier der Muschel statt, ein perfekter Anlass für gute Geschäfte. Als er erfuhr, dass Gabi und Bruno deshalb hier Wache hielten, bedankte er sich für die Auskunft und zog los, um sich eine Genehmigung zu besorgen. Kurz darauf erwachte Bruno und fragte, ob in der Zwischenzeit etwas passiert sei. Gabi berichtete nur beiläufig von dem Eisverkäufer, den sie bereits „geregelt“ habe. Da klingelte Brunos Funkgerät: Ein Falschparker stehe direkt an der Bucht, ein Eiswagen, ganz ohne Genehmigung. Empört machte sich Bruno mit Gabi auf den Weg, um den Übeltäter zur Rede zu stellen – während Gabi sich insgeheim wunderte, hatte sie dem Verkäufer die Sache mit der Genehmigung doch eigentlich klar erklärt.

Der Eisverkäufer ließ sich davon jedoch nicht entmutigen und fuhr seinen Wagen kurzerhand direkt vor die Vitrine – schließlich stehe er hier ohnehin viel besser. Kiki, die inzwischen mit Liegestühlen und weiterer Deko für den Abend beschäftigt war, entdeckte ihn misstrauisch, doch als sie hörte, dass er kein Polizist, sondern nur ein Eisverkäufer war, willigte sie gegen ein Eis als Dankeschön ein, dass er bleiben durfte – nur solle er sich am Abend etwas seitlich halten, damit die Muschel bei der Feier gut zu sehen sei. Erfreut verschenkte der Verkäufer sein erstes Eis gleich an Tilda und Mattis, die es sich in den Liegestühlen bequem machten. Auch Lenny kam vorbeigeflogen, sah das Eis und wollte sich ebenfalls eins holen. Doch dann kehrten Bruno und Gabi zurück, und Bruno war außer sich, den Verkäufer schon wieder am selben Fleck vorzufinden. Trotz aller Erklärungen über Kikis Erlaubnis schickte er ihn erneut weg, sodass der enttäuschte Verkäufer kopfschüttelnd abfuhr – Lenny lief ihm sogleich hinterher, in der Hoffnung, doch noch ein Eis zu ergattern. Bruno postierte sich derweil direkt vor der Vitrine, schließlich müsse bei der Feier alles seine Ordnung haben. Auf Tildas Nachfrage erlaubte er den Kindern schließlich, ihre Schultaschen zu holen – doch als er selbst noch einmal zur Vitrine blickte, um stolz von der bevorstehenden Feier zu schwärmen, stockte ihm der Atem: Die Muschel war weg. Spurlos verschwunden. Gabi suchte fieberhaft rund um die Vitrine, doch vergeblich. Völlig aufgewühlt und von Schuldgefühlen geplagt, weil er doch für die Bewachung verantwortlich war, eilte Bruno mit Gabi im Schlepptau davon, um Hilfe zu holen.

Zurück blieben die Kinder, ratlos, wer die Muschel gestohlen haben könnte, schließlich war doch die ganze Zeit über jemand vor Ort gewesen. Da tauchte der Eisverkäufer erneut auf, diesmal mit einem Bauchladen umgeschnallt, in der Hoffnung, dass die Polizei nun endlich nichts mehr gegen seinen Verkauf einzuwenden habe. Als er von dem Diebstahl hörte, zeigte er sich sichtlich erschrocken und bot seine Hilfe an. Tilda beschloss, dass sie als erstes Zeugenaussagen brauchten, und schlug vor, bei Kiki nachzufragen, die schließlich für alles am Strand zuständig war. Gemeinsam mit Mattis machte sie sich auf den Weg.

Der Eisverkäufer blieb allein zurück, bis Lenny dazukam, der immer noch auf sein versprochenes Eis wartete. Verwundert fragte Lenny, woher der Verkäufer eigentlich seinen Namen kannte – dieser druckste kurz herum und behauptete, ihn zufällig mitgehört zu haben, als die Kinder mit ihm gesprochen hatten. Kurz darauf kehrten Tilda und Mattis zurück: Kiki wusste nichts, sie hatte die ganze Zeit über Surfunterricht gegeben. Der Verkäufer überließ Lenny sein letztes Eis und verabschiedete sich eilig. Während Lenny genüsslich sein Eis schleckte, machte sich Tilda Notizen: Der Diebstahl musste zwischen zwölf und vierzehn Uhr geschehen sein. Und das Motiv? Für Mattis war die Sache klar – wegen der Wunschkraft der Muschel. Tilda bezweifelte allerdings, dass daran wirklich etwas dran sei. Lenny erzählte, er habe erst am Vortag bei einem Flug übers Meer mit der alten Schildkröte Olga und dem Wassermann Neptunio darüber gesprochen; die beiden glaubten fest an die Magie der Muschel, und Neptunio wisse ohnehin einfach alles, was im Meer geschah. Mattis, der viel dringender den Dieb finden wollte als über Magie zu philosophieren, kam plötzlich ein Verdacht: Lenny war doch so versessen auf alles, was glitzerte und funkelte – vielleicht steckte er selbst dahinter? An der Vitrine fand er tatsächlich eine Feder, die er sogleich als Beweis wertete. Die Kinder stellten Lenny zur Rede und erklärten kurzerhand, ihn festzunehmen. Völlig verdutzt und mit den Worten, er habe doch gar nichts getan, wurde Lenny von den beiden Hobbydetektiven mitgenommen, um ihn bei der Polizei „gestehen“ zu lassen.

Auf dem Weg dorthin kamen den Geschwistern jedoch Zweifel. Eine einzelne Feder war schließlich kein wirklicher Beweis – der Wind verteilte Möwenfedern schließlich überall am Strand. Mattis gestand kleinlaut, dass er Lenny die Tat eigentlich auch nie richtig zugetraut hätte, und so ließen sie ihn ziehen. Stattdessen erinnerten sie sich an Lennys Hinweis: Wenn überhaupt jemand wüsste, wer hinter dem Diebstahl steckte, dann der allwissende Wassermann Neptunio, schließlich stammte die Muschel ursprünglich aus dem Meer. Kurzentschlossen zogen sich die beiden Taucherausrüstung an und machten sich auf den Weg ins Wasser. Unterwegs trat Mattis versehentlich auf eine verbeulte Getränkedose, die dort achtlos liegen geblieben war; Tilda nahm sie mit, um sie ordentlich zu entsorgen, bevor sie beide ins Wasser eintauchten.

Kaum waren sie untergetaucht, zeigte sich ihnen die Schildkröte Olga Orakel, die kurz zuvor entsetzt eine vermeintliche Meeresalge ausgespuckt hatte, die sich als weggeworfene Plastiktüte entpuppt hatte. Auf die Frage der Kinder nach dem Wassermann erklärte Olga, Neptunio sei so etwas wie der Bürgermeister des Meeres, und sie kenne ihn natürlich. Als sie vom Diebstahl der goldenen Muschel hörte, bestätigte sie, davon bereits durch Lenny gehört zu haben – eine mysteriöse Angelegenheit. Doch bevor sie den Kindern den Weg zu Neptunio zeigen würde, mussten sie erst ein Rätsel lösen: „Ich bin kein Fisch, aber lebe im Wasser. Ich habe Arme, aber keine Hände. Ich kann meine Farbe wechseln. Wer bin ich?“ Nach kurzem Grübeln kam Tilda die entscheidende Idee: ein Oktopus – er lebte im Wasser, war kein Fisch, hatte acht Arme statt Hände, und konnte tatsächlich seine Farbe wechseln. Zufrieden mit der richtigen Antwort bat Olga die beiden zu warten und brachte kurz darauf einen Oktopus herbei. Dieser konnte zwar nicht sprechen, verständigte sich aber über ein Farb- und Tonspiel: Bei jeder aufleuchtenden Farbe erklang ein bestimmter Ton, insgesamt eine Folge von etwa fünf Tönen. Die Kinder waren zunächst ratlos, doch als sich die Tonfolge wiederholte, versuchte Mattis, die farbigen Stellen selbst nachzudrücken – zunächst noch mit der falschen Reihenfolge. Erst beim dritten Mal, als sie sich die Farben leise vorsagten – blau, blau, grün, rot, gelb –, gelang es ihnen, die Sequenz korrekt nachzuspielen. Mit einem lauten Knall verschwand der Oktopus, und an seiner Stelle tauchte Neptunio selbst auf.

Der Wassermann begrüßte sie zunächst wenig begeistert als „Landratten“, ließ sich aber erweichen, ihnen von der Muschel zu erzählen. Sein Großvater habe ihm einst berichtet, dass alle Wassermänner vor ihm die Muschel stets versteckt gehalten und niemals versucht hätten, ihre geheimnisvollen Kräfte zu wecken. Auf Tildas verwunderte Frage, warum das so sei, geriet Neptunio zunehmend in Rage: Die Menschen wollten immer mehr besitzen – Spielzeug, Kleider, Autos –, und sobald die Dinge kaputt oder nicht mehr angesagt seien, würden sie achtlos weggeworfen, sehr oft direkt ins Meer, wo sie aus den Augen und scheinbar aus dem Sinn verschwänden. Tonnenweise Müll verschmutze auf diese Weise Tag für Tag sein schönes Meer. Die Kinder waren sichtlich betroffen. Etwas beruhigt fügte Neptunio hinzu, dass die beiden natürlich nichts dafür könnten, doch genau deshalb dürfe die Muschel niemals in Menschenhände geraten – sie würden damit nur Unheil anrichten. Auf die Frage, ob er eine Vermutung habe, wer die Muschel gestohlen haben könnte, wurde Neptunio auffällig nervös und stritt jede Beteiligung seiner Artgenossen ab: Es würde schließlich sofort auffallen, wenn ein Meeresbewohner sich an einer Glasvitrine zu schaffen mache. Die Kinder bedankten sich und schwammen zurück an Land, um nachzusehen, ob die Polizei inzwischen etwas herausgefunden hatte. Unterwegs grinste Tilda plötzlich – sie glaubte zu wissen, wer der Dieb war, und flüsterte ihren Verdacht ihrem Bruder zu. Nur wie sie es beweisen sollten, wusste sie noch nicht. Mattis versicherte ihr zuversichtlich, dafür bereits eine Idee zu haben.

Am Strand hatte die Polizei inzwischen zahlreiche Fahndungsplakate aufgehängt: Zehntausend Euro Finderlohn für die Rückgabe der goldenen Muschel im Polizeibüro. Kiki, die beim Aufhängen half, zweifelte offen daran, dass ein Dieb so dumm wäre, mit der gestohlenen Muschel geradewegs zur Polizei zu spazieren. Bruno zeigte sich siegessicher: Bei der Aussicht auf so viel Geld werde der Täter schneller bei der Polizei stehen, als man denken könne. Gabi gab zu bedenken, dass die Wache gar nicht über zehntausend Euro verfüge – doch Bruno erklärte selbstgefällig, das brauche es auch gar nicht: Wer die Muschel zurückbrächte, bekäme statt Geld schlicht Handschellen zu spüren. Da tauchte auch schon der Eisverkäufer wieder auf, enttäuscht, dass keine Schulklasse zum Eiskaufen anwesend war. Auch Lenny kam aufgeregt hinzu und fragte, ob der Dieb schon gefasst sei. Kiki bezweifelte spöttisch, dass diese Falle je funktionieren würde, was Bruno prompt zurückwies. In diesem Moment trafen auch Tilda und Mattis ein und pflichteten Bruno überraschend bei – ja, der Fall würde bald gelöst sein. Gabi erkundigte sich neugierig, ob die beiden bei ihren eigenen Ermittlungen etwas herausgefunden hätten, während Bruno die „kleinen Detektive“ nur belustigt und ein wenig herablassend belächelte.

Als der Eisverkäufer sich enttäuscht abwenden wollte, weil offenbar doch keine Schulklasse käme, hielt Tilda ihn zurück und rief scherzhaft in Richtung Meer, ob nicht vielleicht auch ein Meeresbewohner Lust auf ein Eis hätte, und bat Mattis, laut nach Olga zu rufen. Der Verkäufer, verblüfft von diesem Einfall, wandte prompt ein, Meeresschildkröten mochten ohnehin gar kein Eis, sondern viel lieber Algen – und erschrak im selben Moment über sich selbst, denn dieses Detail hätte er eigentlich gar nicht wissen können. Tilda hakte sofort herausfordernd nach, ob er demnach auch Olga persönlich kenne, und ob ihm vielleicht auch der Name Neptunio etwas sage. Der Verkäufer stritt hastig alles ab. Da tauchte Olga tatsächlich auf, erkannte in dem vermeintlichen Fremden sofort ihren Bekannten wieder, wunderte sich jedoch über dessen fehlenden Bart – und tauchte kurzerhand unter, um den langen, unverwechselbaren Wassermannbart zu holen und ihm überzustülpen. So wieder als Neptunio erkennbar, wurde er auch von Bruno misstrauisch gemustert, der wissen wollte, was er hier an Land verloren habe. Mattis lieferte die Erklärung selbst: Genau deshalb habe Neptunio sich als gewöhnlicher Mensch verkleiden müssen – weil ein Meeresbewohner am Strand viel zu auffällig gewesen wäre, wie er selbst einmal beiläufig erwähnt hatte. Tilda ergänzte den entscheidenden Punkt: Neptunio hatte ihnen unter Wasser erzählt, es wäre verdächtig, wenn sich ein Meeresbewohner an einer Glasvitrine zu schaffen mache – ein Detail, das die Kinder ihm nie erzählt hatten. Er konnte es nur kennen, wenn er selbst dort gewesen war. Bruno zog messerscharf den Schluss: Neptunio musste der Dieb sein, und auch das ganze Hin und Her mit dem Eiswagen ergab plötzlich Sinn – er hatte sich bewusst den besten Platz direkt vor der Muschel gesichert, um sie in einem unbeobachteten Moment zu stehlen. Kiki war sichtlich enttäuscht über den Vertrauensbruch und zog sich verärgert zurück, ebenso Olga, die fand, ein Wassermann solle sich lieber um sein Meer kümmern, statt Landmarken zu stehlen. Neptunio versuchte vergeblich, sich zu erklären, während Bruno Gabi bereits losschickte, um Handschellen zu holen.

Reumütig bat Neptunio darum, wenigstens erklären zu dürfen, was ihn zu der Tat getrieben hatte. Mattis unterstellte ihm zunächst pure Gier – er habe die Muschel wohl ganz für sich allein haben wollen, um sich all seine Wünsche zu erfüllen. Doch Neptunio widersprach: Es sei ihm nur um einen einzigen Wunsch gegangen, nämlich dass das Meer endlich wieder sauber würde. Die Kinder hätten es doch selbst gesehen, wie viel Müll dort herumschwamm – und in den Meeren weltweit sehe es noch schlimmer aus. Er gab zu, dass Diebstahl dafür kein Rechtfertigungsgrund war und es ihm wirklich leidtue, doch er habe nur sein geliebtes Meer retten wollen. Lenny fragte die Kinder, ob sie Neptunio diese Reue wirklich abnahmen. Neptunio beteuerte inständig, dass ihm nichts mehr am Herzen liege als das Meer, und dass er sich wünschte, Fische, Schildkröten, Oktopusse und all die anderen Meeresbewohner müssten nicht länger durch Plastiktüten und Müll schwimmen oder gar krank werden, weil sie ihn versehentlich fraßen. Als Gabi mit den Handschellen zurückkam und fragte, was nun damit geschehen solle, überlegte es sich Bruno anders: Der Diebstahl sei zwar falsch gewesen, doch er verstehe nun das Motiv dahinter. Die eigentliche Straftat sei die Verschmutzung des Meeres. Er werde Neptunio nicht verhaften – unter einer einzigen Bedingung: Die Muschel müsse zurückgegeben werden. Erleichtert sprang Neptunio ins Wasser und holte die Muschel aus einem versteckten Schatzkästchen hervor, wo er sie verborgen hatte.

Während er zurückkehrte, kam Kiki aufgeregt herangelaufen. Am Strand versammelten sich bereits die geladenen Gäste für die offizielle Einweihungsfeier, darunter der Bürgermeister und zahlreiche vornehme Gäste. Kiki hatte dort mitbekommen, dass Wissenschaftler inzwischen herausgefunden hatten: Die angebliche magische Wunschkraft der Muschel existierte gar nicht. Lenny konnte es kaum glauben – warum sollte die Muschel sonst so golden funkeln, wenn nicht durch Magie? Kiki klärte auf: Der Glanz stamme tatsächlich von winzigen Meeresalgen, die auf der Oberfläche wuchsen und das Licht reflektierten, sodass die Muschel wie echtes Gold schimmerte – ein seltenes, aber ganz natürliches Wunder. Enttäuscht meinte Lenny, dann müsse man sie ja auch gar nicht mehr am Strand ausstellen, wenn sie keine Wünsche erfüllen könne. Gabi widersprach: Die Muschel sei doch auch so wunderschön, ganz gleich, ob echte Magie dahintersteckte oder nicht. Tilda hatte eine Idee: Die Muschel solle von nun an für die Freundschaft zwischen den Bewohnern des Meeres und des Landes stehen. Mattis stimmte begeistert zu – gemeinsam könnten sie schließlich helfen, das Meer zu schützen und zu säubern. Auch Neptunio fügte hinzu, man solle künftig genauso gut auf das Meer achtgeben wie auf einen Schatz, und überreichte Bruno ehrfürchtig die Muschel zurück. Bruno beschloss, sie nun endlich an ihren Ehrenplatz zu bringen, und machte sich mit Gabi auf den Weg. Lenny freute sich, dass die Feier nun endlich beginnen konnte, und alle zogen fröhlich davon.

Allein zurückgeblieben, klatschten Tilda und Mattis sich zufrieden ab – der Fall war gelöst. Und mehr noch: Tilda war klar, dass sie damit auch endlich das perfekte Thema für ihr Schulreferat gefunden hatten. Ihren Vortrag würden sie „Das Geheimnis der goldenen Muschel“ nennen.

Plakat „Das Geheimnis der goldenen Muschel“: Unterwasserszene mit Schildkröte, Fischen und Krebs, Termin 9. Oktober 2025.
Plakat
Der Eisverkäufer allein auf der Bühne vor dem blauen Vorhang.
Gabi und Bruno mitten im Publikum, mit den Schultaschen von Tilda und Mattis.
Zwei Ensemblemitglieder in nachdenklicher Pose, das Kinn auf die Hand gestützt.
Bruno, Gabi, Kiki und die Möwe Lenny im Gespräch vor der Strandkulisse.
Dieselbe Runde im weiteren Gespräch vor der Strandkulisse.
Bruno, Gabi, Kiki und Lenny in einer weiteren Szene am Strand.
Gabi lacht neben dem Eisverkäufer und seinem Stand „Rollende Eisdiele“, im Hintergrund die goldene Muschel auf ihrem Sockel.
Gabi und der Eisverkäufer vor seinem Verkaufsstand, im Hintergrund die Muschel auf ihrem Sockel.
Bruno spricht aufgeregt in sein Funkgerät.
Bruno erneut mit dem Funkgerät, im Gespräch mit der Wache.
Bruno und Gabi Seite an Seite, die Hände in die Hüften gestemmt.
Bruno mit erhobenem Zeigefinger, Gabi hält einen Teller in der Hand.
Die Live-Band mit Keyboard und Gesang, mitten im Publikum.
Kiki und der Eisverkäufer im Gespräch an seinem Stand „Rollende Eisdiele“.
Kiki und der Eisverkäufer, weitere Szene am Eisstand.
Kiki und der Eisverkäufer im Gespräch, im Hintergrund die Strandkulisse.
Kiki und der Eisverkäufer, Nahaufnahme des Gesprächs.
Kiki und der Eisverkäufer, weitere Einstellung derselben Szene.
Kiki und der Eisverkäufer, Abschluss der Szene am Eisstand.
Zwei Ensemblemitglieder mit Eis in der Hand, der Eisverkäufer lacht.
Die Möwe Lenny mit Kiki und dem Eisverkäufer.
Zwei Ensemblemitglieder mit einer Eisschachtel beim Eisverkäufer.
Der Eisverkäufer überreicht der Möwe Lenny ein Eis.
Zwei Ensemblemitglieder betrachten gemeinsam eine Feder.
Die Möwe Lenny im Liegestuhl, zwei weitere Figuren blicken auf sie herab.
Die Schildkröte Olga spuckt unter Wasser eine Plastiktüte aus.
Die Schildkröte Olga hält die gefundene Plastiktüte entsetzt in die Höhe.
Die Schildkröte Olga zwischen den blauen Vorhängen der Unterwasserkulisse.
Tilda und Mattis in Taucherausrüstung tauchen in die Unterwasserwelt ein.
Tilda und Mattis treffen unter Wasser auf die Schildkröte Olga.
Der Oktopus-Puppenkopf mit den bunten Fangarmen zwischen den beiden Taucherinnen.
Die beiden Taucherinnen reagieren auf den Oktopus, eine lachend, eine erschrocken.
Der Wassermann Neptunio tritt mit Krone und langem Bart zwischen den Vorhängen hervor.
Neptunio erzählt aufgebracht von der Verschmutzung des Meeres.
Die Live-Band mit Keyboard, Gitarre und Gesang vor Publikum.
Bruno und Kiki im Gespräch auf der Bühne.
Kiki deutet auf das Fahndungsplakat, das Bruno in den Händen hält.
Bruno, Kiki und Gabi mit dem Plakat „10.000 Euro Finderlohn“.
Kiki im Gespräch mit Bruno, das Plakat noch sichtbar im Hintergrund.
Der Eisverkäufer mit seiner Eisschachtel inmitten des versammelten Ensembles.
Der als Neptunio enttarnte Eisverkäufer mit grauem Bart im Kreis des Ensembles.
Kiki spricht aufgebracht, Neptunio und das übrige Ensemble hören zu.
Kiki hält die goldene Muschel in den Händen, das Ensemble blickt gebannt.
Gabi hält die goldene Muschel, im Vordergrund Handschellen.
Das ganze Ensemble hält sich an den Händen, der Eisverkäufer in der Mitte mit der Muschel.
Der Eisverkäufer verbeugt sich mit ausgebreiteten Armen, die goldene Muschel zu seinen Füßen.
Das Ensemble verbeugt sich gemeinsam, Hand in Hand.
Verbeugung des Ensembles, der Eisverkäufer lachend in der Mitte.
Schlussapplaus, das Ensemble verneigt sich vor dem Publikum.
Applaus für die Bühnenbildnerin Tanja, umringt vom kostümierten Ensemble.
Das Ensemble beim Schlussapplaus, die Möwe klatscht mit.
Eine Vertreterin des Teams überreicht dem Eisverkäufer-Darsteller einen Geschenkkorb.
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Presse

Rheinische Post13. Oktober 2025

Beeckbachbühne verzaubert Kinder mit der goldenen Muschel

Rund 800 Kinder erlebten in vier Aufführungen, wie die jungen Detektive Tilda und Mattis das Geheimnis einer magischen Muschel lüften. Mit Witz, Musik und spannenden Begegnungen unter Wasser vermittelte die Beeckbachbühne nicht nur Unterhaltung, sondern auch eine wichtige Botschaft zum Schutz der Meere.

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BEECK (vest) Mit viel Spannung, Witz und Musik verzauberte die Beeckbachbühne jetzt rund 800 Kinder in vier Aufführungen ihres neuen Stücks „Das Geheimnis der goldenen Muschel“. Im Zentrum der Geschichte steht eine geheimnisvolle goldene Muschel, die Wünsche erfüllen kann, sobald sie leuchtet – ein Schatz, um den sich bald ein turbulentes Abenteuer entspinnt. Bis zur öffentlichen Ausstellung liegt die Muschel in der Obhut der Polizisten Bruno (Markus Bings) und Gabi (Sandra Bolten-Tillmanns), doch ihr Schutz gestaltet sich schwieriger als gedacht.

Denn immer wieder mischt sich der lästige Eisverkäufer, der gleichzeitig den Wassermann Neptunio (Markus Schlaak) spielt, ein, der unbedingt seinen Eiswagen an bester Stelle aufstellen möchte. Dazu bittet er sogar Kiki Küstenwache (Monique Jungbluth) um eine Genehmigung, was die Lage zusätzlich verkompliziert. Genau der richtige Moment für die jungen Detektive Tilda (Bianca Althoff) und Mattis (Heike Kresken), die neugierig das Geschehen beobachten. Als die Muschel plötzlich verschwindet, ist klar: Nur sie können das Rätsel lösen und verhindern, dass das große Einweihungsfest am Strand ins Wasser fällt.

Auf ihrer Spionagetour treffen die Kinder auf zahlreiche skurrile Figuren. Die Möwe Lenny (Bärbel Hamacher) wird schnell als unschuldig entlarvt, während die Schildkröte Olga (Marion Reinders) ihnen den Weg in die Unterwasserwelt zum mächtigen Wassermann Neptunio weist. „Neptunio ist so etwas wie der Bürgermeister des Meeres“, erklärt Olga. Doch der Wassermann ist streng: Nur wer sein Oktopus-Rätsel löst, darf ihn sprechen. Mithilfe des begeisterten Publikums schaffen es Tilda und Mattis spielend, und stehen schließlich Neptunio gegenüber, der über die Vermüllung der Meere schimpft und behauptet, nichts über den Diebstahl der Muschel zu wissen.

Die überraschende Wendung kommt am Ende: Der Eisverkäufer entpuppt sich selbst als Neptunio und gesteht, die Muschel gestohlen zu haben – aus gutem Grund. Er wollte sich nur einen Wunsch erfüllen: dass das Meer wieder sauber wird. Die Polizisten zeigen Verständnis, und so endet das Stück in einem gemeinsamen Schlusslied, das das Publikum vor Begeisterung gleich zweimal zu Zugaberufen hinreißt.

Die Geschichte von Monique Jungbluth lebt von der Spielfreude und dem Engagement der gesamten Beeckbachbühne, von den Schauspielern über die Musiker Kerstin Schockert, Elena Thißen und Stefan Bimmermann, bis hin zu Bühne (Tanja Nippert) und Licht-/Tontechnik (Dirk Ullendahl). Mit Humor, Spannung und einem wertvollen ökologischen Hintergrundthema begeisterte das Musiktheaterstück Kinder und Erwachsene gleichermaßen und setzte ein starkes Zeichen für den Schutz der Meere.

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